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Meine Begegnung mit dem Wolkenkind.
Es war an einem wunderschönen Sommertag. Ich hatte mich auf meiner Wiese in den Schatten eines Apfelbaumes gesetzt und dachte an eine Geschichte, die ich schreiben wollte. So ließ ich meine Gedanken schweifen und beobachtete die Wolken, die am Himmel vorbeizogen. Ich war etwas unzufrieden, weil ich mit meinen Ideen nicht recht vorwärts kam und dringend eine Inspiration brauchte. Hier draußen, hoffte ich, würde ich sie finden.
Ich merkte, wie mir die Augen zufielen, und ich beschloss, ein kleines Nickerchen zu machen. Plötzlich hörte ich ein Flattern und voller Erstaunen erblickte ich eine Möwe, die vor meinen Füssen gelandet war. „Na, was machst du denn hier?“, fragte ich. „So weit weg vom Meer?“ Ich bekam einen ordentlichen Schreck, als sie mir antwortete: „Hallo, Stefanie.“
Die Möwe sprach zu mir.
Damit hatte ich nicht gerechnet. Verdutzt starrte ich sie an. Hatte sie tatsächlich gesprochen? Woher kannte sie meinen Namen? War das ein Scherz? „Nein, das ist kein Scherz, du hast mich gerufen und deshalb bin ich da“, sagte sie und hüpfte näher auf mich zu. Offensichtlich konnte sie auch Gedanken lesen.
„Hast du Lust auf einen Ausflug?“ fragte sie. Ich brachte kein Wort heraus und konnte einfach nicht glauben, was mir da gerade passierte. „Mach einfach deine Augen zu“, sagte die Möwe.
Ich überließ mich meinem Gefühl und tat es. Mir war, als flogen wir immer höher hinauf, bis ich schließlich meine Augen öffnete und feststellte, dass ich mitten in den Wolken stand. Ja, ich stand. Seltsamerweise waren sie stabil und fest. Ich blickte mich um und sah ein unendliches Wolkenmeer um mich herum.
„Hallo“, sagte das Wolkenkind.
Die Stimme war die gleiche, aber als ich mich umdrehte, war keine Möwe mehr da, sondern ein kleines Kind stand vor mir. Es lächelte mich schüchtern an und ich musste zurück lächeln. Beim näheren Betrachten stellte ich fest, das Wolken anstelle von Haaren um seinen Kopf lagen. Auch seine Schuhe bestanden aus Wolken. Sein Kleid schimmerte in allen Farben des Regenbogens.
„Ich bin das Wolkenkind“, stellte es sich vor. „Und ich habe dich zu mir geholt, um dir zu helfen.“
„Wobei willst du mir denn helfen?“, fragte ich es neugierig. Mittlerweile gefiel mir mein Traum.
„Na, hier oben ist das Reich der Fantasie und der Ideen. Das Wolkenland und viele andere Orte befinden sich hier. Ich möchte sie dir gerne alle zeigen, damit du viele Einfälle für deine Geschichten bekommst.“ Es strahlte mich glücklich an und begann dann zu erzählen.
Es verspüre eine große Sehnsucht nach den Menschen, sagte es.
Oft unternahm es deshalb Reisen auf die Erde in Gestalt einer Möwe. Manchmal versuchte es, Kontakt mit den Menschen aufzunehmen, aber das gelang ihm meist nur bei den Kindern.
„Sie glauben an mich, weißt du? Mit ihnen kann ich sprechen. Und manchmal lade ich sie auch ein, mich im Wolkenland zu besuchen.“
Und so begann alles. Es berichtete mir viel vom Wolkenvolk, aus dem es stammte. Es war überglücklich, mich in unzählige Fantasiereiche mitzunehmen, die es dort oben gibt, und zeigte mir Wesen, die ich noch nie gesehen hatte. Als die Sonne langsam unterging und es Zeit war, wieder auf die Erde zurückzukehren, fragte ich es, wie ich es finden kann.
„Ich bin immer da, wenn du an mich denkst“, sagte das Wolkenkind.
„Schau einfach in den Himmel und halte nach Vögeln Ausschau; ich bin bestimmt einer unter ihnen.“ Ich verabschiedete mich von ihm und fühlte ein unendliches Wohlbefinden und eine große Leichtigkeit in meiner Seele. Als ich aufwachte, lag ich immer noch im Schatten des Apfelbaumes und die Wolken zogen am Himmel vorbei. Ich rieb mir die Augen, gähnte und dachte an den Traum, den ich noch lebhaft vor meinem inneren Auge sah, und an die vielen Orte, die ich sehen durfte. ‚Ach, würde es dich doch nur geben, Wolkenkind’, seufzte ich und drehte mich auf die Seite. Dort sah ich, ich konnte es kaum glauben, eine Feder im Gras liegen, die in allen Regenbogenfarben schimmerte ...
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